Rathaus

Foto: Berliner Abendblatt

 

Die Idee ist bezaubernd. Und die Realisierung zeigt, wie leicht es sein kann, Gutes zu tun – ganz weihnachtlich.

Bereits seit Jahren wird in der Vorweihnachtszeit im Rathaus Schöneberg im gleichnamigen Stadtteil Berlins ein stattlicher Weihnachtsbaum aufgestellt. In diesem Jahr haben Kinder diesen Weihnachtsbaum geschmückt und durften erstmals außer dem selbst gebastelten Weihnachtsschmuck auch gebastelte Sterne mit Weihnachtswünschen von bedürftigen Kindern mit aufhängen. Jeder Mitbürger darf sich jetzt einen Wunsch-Stern pflücken und einen Herzenswunsch vor der Bescherung erfüllen.

 

Jeder Herzenswunsch sucht einen Paten

 

Armut in unserer Gesellschaft trifft leider häufig die Kleinsten besonders intensiv. Und gerade in der Weihnachtszeit erleben Kinder in finanziell und sozial benachteiligten Familien die Schere in unserer Gesellschaft als besonders schmerzhaft. Kaum etwas ist enttäuschender für ein Kind in unserem Land, als kein Geschenk zu Weihnachten zu bekommen.
Diesen Schmerz versucht die Weihnachtsbaum – Herzenswunsch-Aktion zu verhindern, indem Mitmenschen quasi als Weihnachtspaten jeweils einen Herzenswunsch erfüllen können.

Die Idee bekam Fayez Gilke, der Initiator der Aktion, von einem Freund aus Nordrhein-Westfalen. Der Sechsundzwanzigjährige schlug die Idee der Bezirksbürgermeisterin von Schöneberg-Tempelhof vor, die sehr schnell einwilligte, die Aktion im Rathaus Schöneberg zu realisieren.

Die Schöneberger Herzenswunsch-Aktion zeigt viele leuchtende Seiten. Paten machen kleine Träume von kleinen Mitbürgern wahr, die vom Leben sonst eher nicht verwöhnt sind. Die Paten dürfen den Wunsch-Stern, den sie erfüllen, als Andenken behalten. Die Weihnachtsgeschenke werden im Rathaus gesammelt und vor dem 24. Dezember den Eltern der Kinder übergeben, die die Geschenke dann ihren Kindern zu Weihnachten bescherern können.
Gilke und Mitarbeiter des Bezirksamtes hatten sich im Vorfeld der Aktion an Kitas und Einrichtungen, die betreutes Wohnen anbieten, gewandt. Die Resonanz war durchweg positiv und die persönlich eingebundenen Familien sind sehr dankbar für die weihnachtliche Hilfe.

 

Bescheidene Herzenswünsche

 

Die kleinen Absender der Herzenswunsch-Sterne sind ausgesprochen bescheiden. Und sie machen sehr deutlich, wie dringend Unterstützung für einige Kinder geboten ist, die inmitten unserer Gesellschaft leben. So zählten eine Badewindel und Badehosen ebenso zu den Herzenswünschen wie eine warme Regenjacke.

Zunächst wurden 55 Herzenswünsche in Sternform gebastelt und an den Schöneberger Weihnachtsbaum gehängt. Glinke und sein Team hatten die Befürchtung, dass nur wenige Mitbürger eine Herzenswunsch-Patenschaft übernehmen würden. Unnötiger Weise, Gott sei Dank. Denn schon wenige Tage nach Beginn der Aktion hing kein einziger Wunschstern mehr.
In den kommenden Tagen wird Fayez Gilke eine zweite Runde zu Organisationen machen, die sich um bedürftige Kinder kümmern. Und Sterne mit weihnachtlichen Herzenswünschen sammeln, die ihre Paten suchen…

 

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